Arbeitszeiten

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Die Entwicklung der Arbeitszeiten in Deutschland war in den letzten drei Jahrzehnten durch zunehmende Flexibilisierung gekennzeichnet. Sie macht es möglich, die Lage der Arbeitszeit im Tages- oder Wochenablauf besser an die technischen und betriebswirtschaftlichen Erfordernisse der Unternehmen anzupassen, aber auch den individuellen Zeitbedarf der Beschäftigten zu berücksichtigen.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die bei der Gestaltung und Einteilung der Arbeitszeit eingehalten werden müssen, sind im Arbeitszeitgesetz festgelegt, das allerdings zahlreiche Ausnahmen sowie betriebliche Sondervereinbarungen auf tarifvertraglicher Basis zulässt. Definiert man als „normale“ Arbeitswoche die Tage von Montag bis Freitag und die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr, so bewegt sich ein beträchtlicher Teil der Erwerbstätigen außerhalb dieses zeitlichen Musters. In vielen Unternehmen und Einrichtungen wird regelmäßig im Schichtbetrieb gearbeitet. Zum Teil sind dafür technische Gründe maßgebend, wie z.B. in der Eisen- und Stahlerzeugung, in der chemischen Industrie oder in der Glasindustrie mit ihren vollkontinuierlichen Produktionsverfahren; zum Teil soll durch längere Maschinenlaufzeiten die Auslastung der Produktionsanlagen und damit die Rentabilität der Investitionen verbessert werden; zum Teil geht es auch um die ständige Aufrechterhaltung notwendiger Versorgungs- und Dienstleistungsfunktionen, wie z.B. im Gesundheitswesen, in der Energiewirtschaft, bei den Medien, im Transportwesen, bei der Polizei oder in der Gastronomie. Mit der Verlängerung der Ladenöffnungszeiten hat sich das Arbeitszeitspektrum auch in großen Teilen des Handels erweitert. Und viele Selbstständige, Freiberufler oder Führungskräfte sind ohnehin weit über den genannten Zeitraum hinaus in ihre Arbeit eingespannt.

Über die tatsächliche Variationsbreite der Arbeitszeitlage gibt der vom Statistischen Bundesamt durchgeführte Mikrozensus Auskunft. Danach arbeitete 2016 mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer (55 %) in den letzten drei Monaten vor der Befragung wenigstens gelegentlich am Wochenende, an Feiertagen, abends, nachts oder im Schichtbetrieb. Am häufigsten mit solchen Arbeitsbedingungen konfrontiert waren die Beschäftigten im Handel und in der Gastronomie (70 %), in der Landwirtschaft (65 %), im Verkehrs- und Kommunikationssektor (62 %) und in der Industrie (55 %). Jeder vierte Arbeitnehmer arbeitete ständig oder regelmäßig am Samstag oder am Abend, jeder sechste hatte Schichtdienst mit wechselnden Arbeitszeiten, jeder siebte war an Sonn- und Feiertagen beruflich im Einsatz und fast jeder zehnte leistete Nachtarbeit.

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 10/2017
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