Staus auf deutschen Autobahnen

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Das Risiko, auf der Autobahn in einem Stau stecken zu bleiben, nimmt seit Jahren beständig zu. 2016 zählte der ADAC mit fast 700000 Staumeldungen auf deutschen Autobahnen einen neuen Höchstwert. Pro Tag gab es im Schnitt rund 1900 Staus. Auch wenn die steigenden Zahlen zum Teil auf die bessere Erfassung der Verkehrslage zurückzuführen sind, bleibt die Zunahme real. Addiert man die Länge aller Staus im Jahr 2016, kommt man auf annähernd 1,4 Millionen Staukilometer; damit ließe sich der Erdball etwa 34-mal umrunden. Die Staudauer summierte sich auf insgesamt 419000 Stunden. Hauptursache für die zunehmenden Staus ist die stetig steigende Zahl von Kraftfahrzeugen auf deutschen Straßen und die wachsende Gesamt-Fahrleistung. Da der Straßenausbau mit dieser Entwicklung nicht Schritt hielt, kommt es immer häufiger zu Engpässen. Andererseits kann gerade auch der Ausbau und die Sanierung von Straßen das Staugeschehen verstärken. So führten die erhöhten Investitionen der Bundesregierung zur Modernisierung und Erweiterung der Verkehrsinfrastruktur 2016 zu einer deutlichen Zunahme von Baustellen und verursachten damit zusätzliche Engpässe.

Unter den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen regelmäßig am stärksten von Staus belastet. Auch 2016 wurde dort mehr als ein Viertel (28 %) aller Staukilometer gemeldet. Besonders betroffen sind die Verbindungen zum Großraum Köln, auf die allein vier der zehn am stärksten staubelasteten Abschnitte auf Fernautobahnen entfallen. An zweiter Stelle unter den Bundesländern stand Bayern mit 21 % aller Staukilometer, hier vor allem auf den Streckenabschnitten zwischen Nürnberg und München sowie München und Salzburg. Mit größerem Abstand (13 % aller Staukilometer) folgte Baden-Württemberg, wo der Ballungsraum Stuttgart am stärksten betroffen ist. Viel geringer ist die Staubelastung in den ostdeutschen Flächenländern: Auf Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zusammen entfielen nur 7 % aller Staukilometer.

Um Engpässe im Bundesfernstraßennetz zu beseitigen, will die Bundesregierung laut Bundesverkehrswegeplan 2016 bis 2030 etwa 34 Milliarden € in Aus- und Neubaumaßnahmen investieren. Damit sollen u.a. rund 2000 Kilometer Engpässe auf Autobahnen beseitigt werden. Die Opposition aus Grünen und Linken kritisierte indes den Fokus auf den Ausbau und die Vernachlässigung von Umweltschutzaspekten. Stattdessen forderte sie Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens, u.a. durch eine stärkere Verlagerung des Autoverkehrs auf Schienen und die Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Seitenanzahl: 1
Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 06/2017
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