Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung

Infografik Nr. 220009

Etwa alle fünf Jahre findet eine umfassende Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung statt, die meist mit größeren Umstellungen einhergeht – sei es, dass neue Konzepte, Klassifikationen, Berechnungsmethoden oder Begriffe eingeführt werden oder dass bisher nicht genutzte Statistiken in die VGR einfließen.

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Aus dem Datenangebot der statistischen Ämter sind Kennzahlen zur Wirtschaftsleistung stets besonders gefragt. Die amtliche Statistik kommt der Nachfrage aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien entgegen, indem sie schon Mitte Januar die ersten Zahlen zum Wirtschaftswachstum im vorausgegangenen Kalenderjahr veröffentlicht. Diese frühen Meldungen beruhen zum Teil auf noch unvollständigen Datengrundlagen und ersetzen durch Schätzungen, was an genaueren Ausgangsdaten fehlt. Die für die Konjunkturbeobachtung wichtigen Quartalsmeldungen erfolgen jeweils etwa 45 Tage nach Ablauf eines Quartals. Im August jedes Jahres werden die Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) für die letzten vier Jahre überprüft und gegebenenfalls revidiert. Diese laufenden Revisionen über einen so langen Zeitraum sind notwendig, weil Fachstatistiken, die für die VGR berücksichtigt werden, mitunter erst in so großem Abstand vom Bezugsjahr vorliegen. Aus dieser ständigen Überprüfung und Verbesserung der Daten erklärt es sich, dass volkswirtschaftliche Kennzahlen manchmal mehrfachen Anpassungen unterworfen sind, ehe sie im vierten Folgejahr für „endgültig“ erklärt werden.

Davon unabhängig findet etwa alle fünf Jahre eine umfassende Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung statt, die meist mit größeren Umstellungen einhergeht – sei es, dass neue Konzepte, Klassifikationen, Berechnungsmethoden oder Begriffe eingeführt werden oder dass bisher nicht genutzte Statistiken in die VGR einfließen. So wurde die VGR für Deutschland mit der Generalrevision 2014 auf das neue Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) umgestellt. Dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Investitionen verbucht wurden, hatte damals eine durchgängige Anhebung des nominalen Bruttoinlandsprodukts zur Folge.

Die Veränderungen durch die Generalrevision 2019 fallen nicht so stark ins Gewicht. Anhand jüngerer Datenquellen wurden unter anderem die Konsumausgaben der privaten Haushalte nach unten korrigiert – mit der Folge, dass auch das nominale Bruttoinlandsprodukt etwas niedriger ausfiel als bisher. Weitere Änderungen ergaben sich aus der überarbeiteten Zahlungsbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank (mit geringeren Exporten und höheren Importen) und aus der revidierten Arbeitszeit- und Erwerbstätigenrechnung. Insgesamt wurde die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung rückwirkend ab 1991 überprüft und revidiert. Als neues Bezugsjahr für preisbereinigte Daten wurde das Jahr 2015 festgelegt. Die nächste Generalrevision ist für das Jahr 2024 vorgesehen.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2019
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