Arbeitsvolumen 1970-2018

Arbeitsvolumen 1970-2018

Infografik Nr. 479725

Um die Bedeutung des Faktors Arbeit für die deutsche Volkswirtschaft zu erfassen, ist die Entwicklung der Erwerbstätigkeit allerdings nur noch bedingt geeignet. Ein Durchschnitts-Erwerbstätiger von heute ist mit dem früherer Jahrzehnte nämlich kaum vergleichbar. Damals war ein Erwerbstätiger weitgehend einer Vollzeit-Arbeitskraft gleichzusetzen; heute geht ein großer Prozentsatz der Erwerbstätigen einem Teilzeit- oder Minijob nach. Ein besserer Maßstab für den Beitrag des Faktors Arbeit zum BIP ist das Arbeitsvolumen, die Summe der im Lauf eines Jahres geleisteten Arbeitsstunden.

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Das Bruttoinlandsprodukt ist das Ergebnis der von den Erwerbstätigen im Inland geleisteten Arbeit. Erwerbstätige sind alle wirtschaftlich Aktiven – Arbeiter, Angestellte, Beamte, Selbstständige und deren mithelfende Familienangehörige. Die Zahl der Erwerbstätigen gibt folglich Aufschluss darüber, wie viele Menschen in die marktmäßige oder öffentliche Güterproduktion eingespannt sind. Im früheren Bundesgebiet waren 1970 rund 26,6 Mio Männer und Frauen erwerbstätig. Die entsprechende Zahlenreihe für das vereinigte Deutschland beginnt 1991 mit 38,9 Mio Erwerbstätigen. Es folgte ein Rückgang auf 37,9 Mio (1993/94), danach ein deutlicher Anstieg auf knapp 40,0 Mio (2000). Nach einer Phase der Stagnation setzte mit den Arbeitsmarktreformen von 2005 eine neuerliche Aufwärtsbewegung ein, in deren Verlauf die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen 2018 auf den Rekordwert von 44,9 Mio kletterte.

Um die Bedeutung des Faktors Arbeit für die deutsche Volkswirtschaft zu erfassen, ist die Entwicklung der Erwerbstätigkeit allerdings nur noch bedingt geeignet. Ein Durchschnitts-Erwerbstätiger von heute ist mit dem früherer Jahrzehnte nämlich kaum vergleichbar. Leistete ein Erwerbstätiger 1970 im damaligen Bundesgebiet durchschnittlich 1 966 Arbeitsstunden, so waren es in Deutschland 2018 nur noch etwa 1 390 Stunden. Damals war ein Erwerbstätiger weitgehend einer Vollzeit-Arbeitskraft gleichzusetzen; heute geht ein großer Prozentsatz der Erwerbstätigen einem Teilzeit- oder Minijob nach. Auch haben die Verkürzung der tariflichen Arbeitszeiten und die Verlängerung des Jahresurlaubs zum Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit beigetragen.

Ein besserer Maßstab für den Beitrag des Faktors Arbeit zum BIP ist das Arbeitsvolumen, die Summe der im Lauf eines Jahres geleisteten Arbeitsstunden. Vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegen dazu Daten für die Jahre seit 1970 vor. Die Zahlen ab 1991 wurden 2019 grundlegend revidiert. Danach sank die Gesamtarbeitszeit der Erwerbstätigen im vereinigten Deutschland (einschl. auch der unbezahlten Überstunden) von 60,4 (1991) auf 56,3 Milliarden Stunden (2005) und stieg dann bis 2008 auf 59,1 Milliarden Stunden an. Nach einem scharfen Rückgang im Krisenjahr 2009 kletterte das jährliche Arbeitsvolumen bis 2018 weiter auf 62,3 Milliarden Stunden. Der Stand von 1991 wurde 2015 erstmals wieder erreicht. Die damalige Wirtschaftsleistung wird heute jedoch weit übertroffen. 2018 war die Stundenproduktivität – das reale BIP je geleistete Arbeitsstunden – um 41 % höher als 1991.

Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
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Ausgabe: 11/2019
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