Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland 1950-2016

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Die Bedeutung des Außenhandels für die Wirtschaft der Bundesrepublik zeigte sich schon früh. Nachdem die Handelsbeziehungen durch die Autarkiepolitik des NS-Staats, durch Krieg und Besatzung unterbrochen waren, strebte die Bundesrepublik danach, die Enge des heimischen Marktes und den Mangel an Rohstoffen möglichst rasch durch Öffnung zum Weltmarkt zu überwinden. Einen ersten Exportboom löste der Koreakrieg 1950/51 aus, weil deutsche Investitions- und Verbrauchsgüter nun verstärkt zur Deckung der internationalen Nachfrage benötigt wurden. Die Politik unterstützte die außenwirtschaftliche Entwicklung, indem sie sich für die Liberalisierung des Welthandels einsetzte und die Grenzen frühzeitig für Einfuhren aus den westeuropäischen Staaten öffnete. Obwohl die Bundesrepublik selbst stark auf Importe (Rohstoffe, Ernährungsgüter) angewiesen war, rutschte die Handelsbilanz nur kurzzeitig (1950) ins Defizit. Seitdem waren stets Überschüsse zu verzeichnen, so dass Spielraum zur Lockerung von Restriktionen im Außenhandel und im internationalen Zahlungsverkehr bestand.

Die Einbindung in den Welthandel setzte die deutschen Unternehmen einem scharfen Konkurrenzdruck aus und zwang sie zur ständigen Steigerung ihrer Produktivität und ihres technischen Leistungsstands. Auch der Niedergang nicht mehr wettbewerbsfähiger Branchen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Länder mit niedrigeren Arbeitskosten und die zunehmende Durchdringung des Inlandsmarkts mit Importgütern gehören ins Bild. Dennoch wurde ein Rückfall in protektionistische Verhaltensweisen weitgehend vermieden.

1986 eroberte die Bundesrepublik zum ersten Mal den inoffiziellen Titel des Exportweltmeisters; auch von 2003 bis 2008 war sie die exportstärkste Nation. Die Kehrseite der Weltmarktabhängigkeit zeigte sich in der globalen Krise 2009, als die deutsche Wirtschaft in ihre bisher tiefste Rezession stürzte. Schon 2010 erholte sie sich aber wieder davon. 2016 belegte Deutschland mit einem Anteil von 8,4 % am Welt-Warenexport (gemessen in US-Dollar) den dritten Rang hinter China (13,2 %) und den USA (9,1 %).

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Reihe: 53
Reihentitel: Zahlenbilder
Ausgabe: 07/2017
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